Aktuelle Studien zu HIV

Schon bald nach der Entdeckung wirksamer antiretroviraler Therapiemöglichkeiten in den 1990er Jahren, wurde den Ärzten klar, daß die Patienten nicht von der Therapie loskommen würden und kontinuierlich würden behandelt werden müssen. Andernfalls besteht die große Gefahr, daß sich ein resistenter Virus entwickelt. Während sich das Wissen und die Erfahrung mit den Antiretrovirustherapien vermehrte, wurden auch Daten zu den toxischen Langszeiteffekten gesammelt.
Dyslipidämie, Veränderungen im Körperfett, eventuell verstärktes Risiko für Erkrankungen des kardiovaskulären Systems und Hepatitis wurden als Nebenwirkungen der HIV-Therapie zugeschrieben. Obwohl AIDS von der unüberwindbaren Hürde, als die es bei seiner Entdeckung erschien, immer mehr zu einer beherrschbaren, chronischen Krankheit geworden ist, führt die Besorgnis um die Nebenwirkungen der Therapie zu einem Wunsch nach verringerter Exposition der antiretroviralen Therapie. Eine Studie von Judith Currier und ihren Kollegen an der University of California untersuchte deshalb, ob ein zeitweises Aussetzen der Therapie zu einer besseren Gesundheit der Patienten führen würde. Ihre Ergebnisse legen nahe, die Therapie auf keinen Fall abzusetzen, denn ihren Ergebnissen nach war die Todesrate bei den Patienten, die die Behandlung aussetzten, signifikant höher. Interessanterweise traten die Erkrankungen, die als Nebenwirkungen mit der Therapie assoziiert wurden, in der Gruppe häufiger auf, die die Therapie absetzten. Für die Zukunft bleibt also nur der Versuch, die Behandlung von AIDS preiswerter und harmloser zu machen. Neue Hoffnung birgt allerdings eine Studie von Vikas Soods’ Team aus New Delhi. Ribozyme und DNA-Enzyme besitzen die Fähigkeit, RNA sequenzspezifisch zu zerschneiden und so Genexpression zu verhindern. Die Wissenschaftler benutzten katalytische RNA und DNA in der Absicht, eine stärkere Inhibition für eine längere Zeit zu erreichen. Die Ribozyme und DNA-Enzyme zerschnitten beide Ziel-RNA und zeigten in Kombination eine starke inhibitorische Wirkung. Mit dieser Strategie ließen sich Retroviren erfolgreich bekämpfen, wenn gegen charakteristische Sequenzen Enzyme hergestellt wurden. Ein solcher Therapieansatz bietet eine neue Chance in der Bekämpfung von HIV.

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Antikörper für das Forschungsgebiet "Virologie":