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Vasopressinrezeptor-Antagonist hilft bei Hyponatriämie

Ein erniedriger Natriumspiegel im Blut (<135 mmol pro Liter) ist ein mögliches Anzeichen für den baldigen Tod von Patienten mit chronischem Herzversagen oder Zirrhose. Die Behandlung ist oft nicht leicht, ineffektiv oder nur schlecht verträglich, weswegen seit vielen Jahren ein großes Interesse an der Entwicklung eines Vasopressin V2-Rezeptor-Antagonisten besteht.
Vasopressinwerte dienen der Früherkennung von Änderungen der Natriumhomeostase, da diese Werte bei Patienten mit Herzfehlern oft im frühen Stadium der Krankheit erhöht sind. Schrier und seine Kollegen von der University of Colorado haben in einer Doppelblindstudie das Medikament Tolvaptan, einen oral wirksamen Vasopressin V2-Rezeptor-Antagonisten, auf einen positiven Einfluß auf die Hyponatriämie hin untersucht. 225 Patienten nahmen täglich 15 mg Tolvaptan ein, 223 Patienten erhielten ein Placebo. Die Dosis wurde, falls nötig, auf 30 mg und dann auf 60 mg erhöht, abhängig von der gemessenen Natriumkonzentration im Blut. Verglichen wurden die Werte von Tag 4 und Tag 30 seit Einsetzen der Medikation. Innerhalb der ersten 4 Tage und auch nach den vollen 30 Tagen erhöhte sich die Natriumkonzentration signifikant im Blut der Patienten, die Tolvaptan einnahmen im Gegensatz zu der Placebogruppe. Der Zustand der Hyponatriämiepatienten verbesserte sich. Innerhalb einer Woche nach Absetzung von Tolvaptan verschlechterte sich der Zustand wieder. Nebenwirkungen des Medikaments beinhalteten verstärkten Durst, einen trockenen Mund und ein verstärktes Wasserlassen. Tolvaptan erhöht folglich die Natriumkonzentration im Blut von Hyponatriämiepatienten. Möglicherweise ist der Vasopressin V2-Rezeptor auch nicht der einzige entscheidende Faktor für Hyponatriämie. Andere könnten beispielsweise der V1A-Rezeptor oder der V1B-Rezeptor sein, wobei der V1A-Rezeptor besonders wichtig bei der Behandlung von Patienten mit anhaltend hohen Vasopressinplasmawerten wäre. Im Moment ist neben Tolvaptan auch der Wirkstoff Conivaptan (Vaprisol, Astellas), ein kombinierter V1/V2-Rezeptor-Antagonist und wie Tolvaptan ein Benzazepin-Derivat in klinischer Untersuchung.

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