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Rekombinante Antikörper

Bei der Herstellung rekombinanter Antikörper spielen Versuchstiere keine Rolle. Die Antikörper werden ausschließlich in vitro hergestellt. Dazu werden z.B. Mikroorganismen genetisch transformiert, indem eine DNA-Sequenz, die für den Antikörper kodiert, in das Genom der Wirtszelle eingebracht wird. Oft handelt es sich dabei auch nur um Teile von Antikörpern, oder es handelt sich um verschiedene Konjugate, bei denen an den Antikörperteil ein anderer Eiweißbestandteil (z.B. ein Enzym oder ein Arzneimittelwirkstoff) gekoppelt wird.
Nicht nur vollständige Antikörper können für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Für manche Anwendungen ist es sinnvoll nur einen Teil des Antikörpers einzusetzen. Bei der proteolytischen Spaltung eines Antikörpers erhält man verschiedene Fragmente, von denen oft im Zusammenhang mit Antikörpern die Rede ist (Abb.1).

Proteolytischer Verdau eines Antikörpers

Abbildung 1: Proteolytischer Verdau eines Antikörpers mit Papain und Pepsin. Im ersten Fall wird der Antikörper oberhalb der Gelenkregion gespalten und man erhält ein sog. FC-Fragment (aus zwei konstanten Domänen der schweren Kette) und zwei Fab-Fragmente (variable und konstante Domänen beider Ketten). Bei der Spaltung mit Pepsin erfolgt der „Schnitt“ unterhalb des Gelenkes. Die beiden Fab-Fragmente sind verbunden (F(ab´)2) und das Fc Fragment wird in mehrere Stücke gespalten, von denen das größte als pFc´ bezeichnet wird.

Die Antikörperfragmente behalten nach der Spaltung ihre Fähigkeiten. Fab und F(ab´)2 binden weiterhin spezifisch an ihr Antigen, üben aber aufgrund des fehlenden Fc-Fragments keine Effekte auf Zellen aus, die über Fc-Rezeptoren verfügen. Aufgrund ihrer geringeren Größe können die Fragmente gut zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden, da sie leichter an ihren Einsatzort gelangen. Auch das Fc-Fragment behält seine Funktion und kann z.B. eingesetzt werden, um Fc-Rezeptoren auf Zellen zu blockieren.


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