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Von Pflanzen produzierte monoklonale Antikörper – Neues vom pflanzlichen Genepharming

Die Idee, ganze Pflanzen als Fabriken zu benutzen, die Medikamente produzieren, blühte seit es den ersten Wissenschaftlern gelang, Antikörper aus einer genveränderten Tabakpflanze zu gewinnen. In der Theorie werden therapeutische Proteine, Antikörper und Impfstoffe kostengünstig von riesigen Feldern genveränderter Pflanzen geerntet.
Um eine Pflanze dazu zu bekommen, ein gewünschtes Protein herzustellen, wird das Zielgen isoliert und in das Pflanzen-infizierende Agrobacterium eingefügt. Durch die Infektion wird das Gen ein Teil des Pflanzengenoms und ist daher an folgende Generationen vererbbar. Das fremde Gen wird jetzt genauso oft transkribiert, als wäre es eines der pflanzeneigenen Gene.

Eine Abkürzung dieser Methode wurde von der Firma Large Scale Biology Corp. erfunden, als sie einen Lymphomimpfstoff herstellen wollten. Sie besprühten einfach Tabakpflanzen mit einem Tabakmosaikvirus, der das gewünschte Gen enthielt. Der Impfstoff wurde innerhalb von 14 Tagen von den Pflanzen produziert und funktionierte im Mausmodell. Der Vorteil dieser Technik ist die schnelle Herstellung der Produkte und daß die Tabakpflanzen das fremde Gen bloß so lange tragen, wie sie die besprühten Blätter tragen. Sie werden nicht entgültig verändert. Sorgen darüber, daß Pharmasaat von den experimentellen Feldern in die Nahrungsversorgungskette gelangen könnte sind die größten Bedenken bei der pflanzlichen Medikamentenproduktion. Die Kostendifferenz ist allerding immens. Die Antikörper aus der Tabakpflanze kostet ungefähr 100 $ pro Kilogramm, im Gegensatz zu den 3 000 000 $ für die gleiche Menge aus Säugetierzellen. Die Antikörper wären auch einfacher zu prozessieren, weil sie keine tierischen Pathogene tragen würden.
Trotzdem hat es noch kein pflanzengeneriertes Medikament für Menschen durch klinische Studien geschafft. Einige Proteine sind als Supplemente auf dem Markt, aber die Visionen sind noch nicht wahr geworden.

Aktuelle Versuche, endlich eine pflanzliche Medikamentenfabrik zu bekommen beinhalten gastrische Lipase aus Mais und aus transgener Carthamus tinctorius (Färberdistel), die beide in diesem Jahr noch in die klinische Testphase kommen. Ein anderer Ansatz verabschiedet sich von der Idee, Pflanzen zu ziehen und arbeitet allein mit den Zellen, wie die Produktion eines Mangelenzyms beim Gaucher-Syndrom in Karottenzellkulturen oder Interferonproduktion durch Wasserlinsen, die als Schicht in Plastiksäcken wachsen. Auch könnte das EU-finanzierte Projekt eines in Mais oder Tabak hergestellten HIV-Mikrobizids könnte im nächsten Jahr bereit zum Testen sein.

Die realistischste Zukunft für pflanzliche Medikamente liegt aber wahrscheinlich in der Massenproduktion von Mikrobiziden und Antikörpern oder in der Produktion großer Mengen kostengünstiger Impfstoffe für Entwicklungsländer.

Folgende Antikörper finden Sie hierzu auf antikoerper-online.de:

Gastrische Lipase

HIV

Interferone:



Antikörper aus dem Gebiet Pflanzenphysiologie:

Antikörper aus dem Gebiet DNS:

Antikörper aus dem Gebiet Medikamente: