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Ein Medikamentwechsel bei Rindern könnte die gefährdeten Geier des indischen Subkontinents retten

Seit den frühen 1990ern sind die Populationen der Geierarten Gyps bengalensis, Gyps indicus und Gyps tenuirostris auf dem indischen Subkontinent um 95% geschrumpft. In Europa war klar zu sehen, daß menschliche Verfolgung den Gänsegeier und den Bartgeier in einigen Ländern ausgerottet hatten. Aber in Indien ist es illegal, Wildtiere zu töten, und Geier werden wegen ihrer ökologischen Funktion geschätzt. Der Grund für den Rückgang war daher unklar.
Die toten Vögel, die in Indien, Pakistan und Nepal gefunden wurden, zeigten starke gicht-ähnliche Symptome, wie die Ansammlung von Harnsäurekristallen in den Eingeweiden, die mit Nierenversagen im Zusammenhang stehen. Die durchgeführten Analysen wiesen weder auf Infektionen noch auf eine Pestizidvergiftung, Unterernährung oder andere mögliche Todesursachen hin. Im Jahr 2004 machte schließlich eine Forschergruppe des Peregrine Fonds die Entdeckung, daß die Bauern in Indien Mitte der 1990er und etwas später auch in Pakistan und Nepal angefangen hatten, ihre Rinder und Wasserbüffel mit den Entzündungshemmer Diclofenac aus der Gruppe der nichtopioiden Analgetika zu behandeln. Diclofenac ist bei Säugetieren als nierenschädlich bekannt. Es stellte sich heraus, daß die Geier es beim Verzehr der Kadaver mit aufnahmen und sehr empfindlich auf das Medikament reagierten.

Eine Studie des Toxikologen Gerry Swan und seiner Kollegen aus Südafrika, Namibia, Indien und Großbritanninen fanden nun eine Lösung des Problems: eine Alternative zu Diclofenac.
Sie testeten das Medikament Meloxicam an wilden und in Gefangenschaft lebenden Weißrückengeiern, die genauso negativ auf Diclofenac reagierten. Meloxicam ist das einzige nichtopioide Analgetikum, von dem bei Geiern keine nierenschädigende Wirkung bekannt ist.

Im Gegensatz zu den mit Diclofenac behandelten Geiern zeigten sich bei den mit Meloxicam behandelten Vögeln keine erhöhten Harnsäurewerte im Blut. Auch der Verzehr von Leber und Muskelfleisch von mit Meloxicam behandelten Tieren führte zu keinerlei negativen Veränderungen.
Nach diesen erfolgreichen Untersuchungen testeten die Wissenschaftler Meloxicam schließlich auch an den asiatischen Geiern, welche mindestens 4 Monate nach der Behandlung immer noch gesund und lebendig waren.

Die Behandlung der Rinder mit Diclofenac sollte also umgehend auf Meloxicam umgestellt werden, damit sich der Geierbestand wieder erholen kann.

Folgende Antikörper finden Sie hierzu auf antikoerper-online.de:

Meloxicam

Diclofenac

Harnsäure

Antikörperreaktivität gegen Vögel

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18.03.2009 | Anna Lena Marwedel   RSS Feed   Neue Antikörper   Bookmark and Share

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